Hügelig und grün. So war mein erster Blick auf das Tal von Pai – gar nicht so unähnlich meiner Heimat im Emmental.

Nach dem aufregenden Alltag in Bangkok bei einer Kleiderfabrik war ich auf der Suche nach einem Platz in der Natur für meine Familie und mich. Sobald ich schwanger war wusste ich, dass mein Kind zwischen Flüssen, Bergen und Wäldern gross werden sollte – wie ich selbst. Ich bin im Sumiswald im unteren Emmental aufgewachsen, einem idyllischen Teil der Schweiz. In einer Großstadt wollte ich auf keinen Fall mein Kind großziehen.

Kindermode aus der Natur

Ich lief mit meinem Mann durch den Ort und wir hielten mehr oder minder aufmerksam Ausschau nach einem kleinen Häuschen mit Garten. Durch Zufall traf ich die Besitzer eines kleinen Guesthouses und wir freundeten uns an. Wenig später bekam ich einen überraschenden Anruf: Ob wir das Gasthaus nicht kaufen wollten? Kurzentschlossen folgte ich diesem Wink des Schicksals und sagte zu.

Eigentlich wollten wir von den Einnahmen leben. Doch das Leben ist das, was passiert, während wir beschäftigt sind, Pläne zu machen. Die romantische und farbenfrohe Natur, die mich umgab, regte meine Kreativität an und die Marke meiner neu gegründeten Kindermode wurde immer erfolgreicher und übernahm bald diese Aufgabe.

In Pai steckt viel von der Schweiz

Schliesslich verkauften wir das Guesthouse nach zwei Jahren wieder und zogen in ein Haus mit einem kleinen Café um. Neben das Häuschen baute ich mir ein Studio zum Arbeiten.

Pai, Thailand von oben

Blick auf Pai aus der Luft

Das Leben in Pai gleicht dem Leben in Sumiswald auf kuriose Weise. Auch wenn die Sprache eine andere ist und im Winter kein Schnee fällt wie in der Schweiz, sind wir doch eine kleine verschworene Gemeinschaft hier, die sich gegenseitig unterstützt. Pai hat zufällig ungefähr so viele Einwohner wie Sumiswald. Der Verkehr ist ruhig, und die Wege kurz.

Ein Blick auf die Berge reicht, wenn mich die Sehnsucht nach der Heimat überkommt, und ich fühle mich geerdet. Im Gegensatz zum Rest Thailands wird es in den Wintermonaten auch kühler hier. Das ist angenehm nach dem heissen Sommer und inspiriert mich für die Kinderkleider meiner Winterkollektion.
Gleichzeitig haben wir hier aber auch internationale Einflüsse, die mir in der Schweiz vielleicht mittlerweile fehlen würden. Über Silvester besuchen viele Touristen unsere kleine Stadt und viele Freunde aus anderen Ländern leben das ganze Jahr über hier.

Die Thais sind nicht nur liebenswürdig, sondern auch weltoffen all diesen unterschiedlichen Menschen gegenüber. Viele von ihnen sind selbst in die Ruhe nach Pai gezogen, so wie wir.

Ich halte meine Heimat lebendig

Bis heute halte ich einen engen Kontakt in die Schweiz. Mit meinen Kindern spreche ich vor allem Englisch und Thai, aber auch Schweizerdeutsch. Wir telefonieren mit Verwandten, bekommen wunderbare Pakete geschickt und bringen so auch einen Teil der Schweizer Traditionen meiner Kindheit nach Thailand. Diesen Sommer hat uns sogar meine Schwester mit ihrer Familie besucht und es war toll für meine Kinder und mich mehr Zeit mit Familie zu verbringen. Ich versuche meinen Kindern so viel wie möglich von meiner alten Heimat mitzugeben, falls sie dort später einmal leben möchten. Alle zwei Jahre besuchen wir gemeinsam die Schweiz und meine Schwägerin Bettina, die immer noch von Sumiswald aus für meine Kindermode bei WIL arbeitet. Meine Kinder lieben die Schweiz – für sie ist es ein paradiesisches Schokoladenland. Mir geht es ähnlich. Wer mich in Thailand besucht, weiss: Ich freue mich immer über Besucher, die mir Käse und Salami aus der alten Heimat mitbringen.

Liebe Grüße,

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